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 Post subject: IAA Rückblick: Trendwende eingeleitet
#1PostPosted: 30. Sep 2009, 12:57 
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Ich fahre einen...: 451 turbo
Start in das Zeitalter des Elektroautos
Auf der IAA in Frankfurt wurde die Trendwende eingeleitet
Von Michael Hörskens


(30.09.09) Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie zeigte sich zufrieden. „Die 63. IAA hat trotz Krise alle unsere Erwartungen übertroffen“, erklärte Matthias Wissmann. „Die weltweit wichtigste Mobilitätsmesse hat sich in einem sehr schwierigen Umfeld als Publikumsmagnet erwiesen.“ Mit rund 850.000 Besuchern der Internationalen Automobilausstellung habe man das selbst gesteckte Ziel von 750.000 deutlich überschritten. Seit der Rekord-IAA 2007, die in einer Zeit der Hochkonjunktur über die Bühne gegangen war, hätten sich die Rahmenbedingungen indes völlig verändert, betonte Wissmann. Neben der Tatsache, dass verstärkt das Augenmerk auf den Klimaschutz gerichtet ist, wurde in Frankfurt eines klar: Das elektromobile Zeitalter hat endgültig begonnen. Dies zeigten die vielen Fahrzeuge mit Elektromotoren oder Hybridantrieben - als serienreife Modelle oder als Studien. Und endlich haben auch die deutschen Automobilkonzerne den Trend erkannt und reagieren.


[img=]http://cms.frankfurt-live.com/upload/2009-q3/2009-09-30_IAA1.jpg[/img]
Auch dieser flotte Flitzer von Audi wird elektrisch angetrieben.

Als mit entscheidend für den Erfolg der automobilen Nabelschau in der Mainmetropole nannte Wissmann die 100 Weltpremieren der Hersteller sowie die 87 Weltneuheiten der Zulieferer zu nennen – in beiden Bereichen stellten die deutschen Hersteller übrigens den Löwenanteil. „Nirgendwo sonst wird dem Besucher ein solch eindrucksvolles Innovationsfeuerwerk geboten wie hier in Frankfurt“, so der VDA-Präsident. Die Palette reicht vom heutigen Clean-Diesel-CO2-Champion mit 87 g/km CO2 und einem Verbrauch von 3,3 l/100 km bis hin zum emissionsfreien Stadtfahrzeug, das ab 2013 auf unseren Straßen – elektrisch angetrieben – fahren soll. In wenigen Jahren wird es auch Oberklasse-Modelle geben, die so wenig Sprit verbrauchen wie heute der sparsamste Kleinwagen.

Nach Angaben des VDA fahren 92 Prozent der 550.000 neu zugelassenen Autos deutscher Marken umweltfreundlich, eine Vielzahl von Modellen verbraucht schon weniger als fünf Liter auf 100 Kilometer und hat einen CO2-Ausstoß von unter 130 g pro Kilometer. So waren denn auch die Weltpremieren der deutschen Hersteller auf der IAA am Klimaschutz-Gedanken orientiert. Beispielsweise zeigte Audi den A3 1.2 TFSI mit einem neu entwickelten, sehr sparsamen Vierzylindermotor, BMW enthüllte seine 320d Efficient Dynamics Edition mit nur 109 g/km CO2, exakt diesen Wert erreicht auch der neue Opel Astra EcoFlex. VW setzt mit dem Polo BlueMotion 1.2 TDI mit einem Dreizylinder-Motor noch eins drauf: Mit 87 g/km CO2 gilt der Neuling als sauberster Viersitzer der Welt. smart öffnete den Vorhang für seine Elektroversion, die jetzt in Serie geht, Mini zeigte ebenfalls ein elektrisch angetriebenes Modell und Mercedes fuhr den B-Klasse F-Cell mit Brennstoffzelle ins Rampenlicht.

Den Besuchern wurde auch der Blick in die Zukunft gestattet, und zwar mit zahlreichen „Concept Cars“ vor allem für das Elektrozeitalter.

Die „Mobilität von morgen“ bietet eine Fülle an Optionen, die Palette reicht dabei vom Mild Hybrid über den Plug-in-Hybrid bis hin zum reinen Elektroauto, der Brennstoffzelle und dem Wasserstoffantrieb. Großes Potenzial bietet zudem die weitere Optimierung der klassischen Verbrennungsmotoren. „Da sind noch Verbrauchsminderungen von 25 bis 30 Prozent drin“, meinte Wissmann.

Auf der anderen Seite kamen die Fans von technologischen Leckerbissen und Leistungspaketen auf ihre Kosten: Ob Audi R8 Roadster oder der neue Flügeltürer SLS von Mercedes-Benz – auch die „Grenzgänger des technologisch Möglichen“ zeigten auf der IAA, was sie können. „Es gibt wieder mehr Raum für automobile Vielfalt – gerade weil die CO2-freundlichen Modelle immer zahlreicher werden“, freute sich VDA-Präsident Wissmann.


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Der Opel Ampera soll schon bald auf den Markt kommen.

„Auf der IAA spürt man den Aufbruch in ein neues elektromobiles Zeitalter“, urteilte der scheidende Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee bei seinem Besuch auf der IAA. „Die Hersteller bieten zahlreiche Konzepte für Elektroautos an, jetzt ist es wichtig, dass diese Technologie in den Markt kommt. Autofahren muss Spaß machen“, betonte Tiefensee. „Die IAA zeigt, dass beides zusammen geht: Große Effizienz, also weniger Verbrauch und CO2-Ausstoß, und gleichzeitig ein Auto, das Emotionen weckt. Gerade die deutsche Automobilindustrie zeichnet sich durch Innovationen aus, die neue umweltfreundliche Technologien mit höchsten Sicherheitsstandards und tollem Design vereinbaren.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die die IAA eröffnet hatte, wies auf die strategische Bedeutung der Automobilindustrie hin und betonte, dass die Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen, gerade im Bereich der Elektrifizierung des Automobils, eine Bündelung der Kräfte erfordern. Und es sieht so aus, als würden die Wünsche der Kanzlerin – zumindest schritt- oder teilweise - in Erfüllung gehen.

Die sieben Entwicklungschefs der deutschen Automobilhersteller haben sich nämlich unter dem Dach des VDA auf einen gemeinsamen Stecker für Elektroautos geeinigt. „Jetzt wollen wir unsere europäischen Nachbarn, aber auch die Hersteller in Nordamerika und Asien dafür gewinnen“, betonte Matthias Wissmann. Dieses Beispiel zeige, wie wichtig Standardisierung und Normierung für die Elektromobilität seien: „Wenn wir weltweit Erfolg haben wollen, brauchen wir auch weltweit einheitliche Schnittstellen.“ Einen „Steckersalat“, wie seit Jahren bei Handys bekannt, dürfe es beim Auto nicht geben.

Thomas Weber von Daimler unterstrich: „Wir sehen in der Elektromobilität einen wichtigen Baustein im Antriebsmix für die nachhaltige Mobilität.“ Neben der Weiterentwicklung von HighTech-Verbrennungsmotoren gelte es, insbesondere diese innovativen Technologien für Elektromobilität, aus Deutschland heraus, voranzutreiben. Dabei sei die Lithium-Ionen-Batterie eine Schlüsseltechnologie. Auch zum Aufbau der entsprechenden Infrastruktur sei ein enger„Schulterschluss“ von Industrie, Politik, Wissenschaft und Energieversorgern erforderlich.


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Selbst in Krisenzeiten ist Porsche ein Publikumsmagnet.

Michael Dick, Audi, betonte, dass aus Sicht von Audi an der Elektromobilität kein Weg vorbei führe. Sie werde ihr Potenzial sukzessive voll entfalten. Leichtbau und Effizienztechnologien werden, so Dick, für die weitere Optimierung des Elektrofahrzeuges eine zentrale Rolle spielen. Es komme nun entscheidend auf Fortschritte bei der Batterietechnologie an. „Es ist unser Anspruch, so wie wir heute jeden Tropfen Sprit optimal nutzen, jedes Kilowatt Strom optimal für Fortbewegung, Komfort, Sicherheit und Fahrspaß einzusetzen.“ Für eine nachhaltige Mobilität sei es erforderlich, alle technologischen Kompetenzen in Effizienzsteigerung, Downsizing und Leichtbau über die gesamte Bandbreite der Antriebstechnologien konsequent zu nutzen.

Klaus Draeger von BMW erläuterte das „intelligente Energiemanagement“ seines Hauses und die CO2-Minderungen durch die EfficientDynamics-Fahrzeuge von BMW. Modernste Elektroantrieb-Konzepte würden künftig kombiniert mit einem äußerst sparsamen 3-Zylinder-Turbodieselmotor. BMW stehe für individuelle Mobilität in unterschiedlicher Ausprägung bei unterschiedlichen Anforderungen. „Freude am Fahren und Nachhaltigkeit schließen sich nicht aus, sondern bedingen einander“, betonte Draeger.

Hans Demant, Opel, erläuterte, dass der Weg zur Elektrifizierung des Automobils, angefangen bei herkömmlichen Hybriden, über Plug-in-Hybride hin zu Elektrofahrzeugen mit Reichweitenverlängerung wie dem Opel Ampera führt. Es gehe um die Symbiose des heutigen Verbrennungsmotors und des künftigen Elektroantriebs: „Wir wollen Umweltfreundlichkeit ohne Verzicht.“ Bei der Entwicklung des Wasserstoffantriebs habe die deutsche Automobilindustrie einen Entwicklungsvorsprung, der weiter ausgebaut werden sollte. „Die Brennstoffzelle und die Elektromobilität ergänzen einander“, so Demant.

Ulrich Hackenberg von Volkswagen sieht einen Trend zu Downsizing bei Ottomotoren, wobei „Fahrspaß und Effizienz sich ergänzen“. Darunter falle auch das Stichwort „Umweltfreundlichkeit ohne Verzicht“. Er wies auf die Potenziale der verschiedenen Energieträger hin, darunter Erdgas, Benzin, Diesel, Sunfuel und Synfuel. Insbesondere das Potenzial des Clean Diesel sollte nicht unterschätzt werden. Einen klaren Trend sieht Dr. Hackenberg in der Elektrifizierung des Antriebs. Darunter falle auch der Weg vom Hybrid zum reinen Elektroauto.

Nicht ganz so euphorisch zeigten sich andere Fachleute auf der IAA. So sparte Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) nicht mit Kritik: „Die deutsche Automobilindustrie hat jahrelang in Sachen energiesparende Autos versagt“, erklärte er. In Sachen CO2-Ausstoß hinke man international noch immer hinterher. Und Gerd Billen, Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, monierte: „Die deutschen Hersteller sind immer noch zu stark auf PS-starke Modelle fixiert.“ Sie sollten stattdessen viel mehr preiswerte und energiesparende Modelle anbieten. Skepsis herrscht bei beiden Experten noch beim Thema Elektroauto: „Keines der hier auf der IAA gezeigten Fahrzeuge kann man kaufen. Und man bekommt nicht einmal einen Preis genannt“, betonte Lottsiepen. Ins gleiche Horn stieß Billen: „Ich hoffe, dass in zwei Jahren nicht nur wieder Ankündigungen von VDA und Autoindustrie kommen, sondern dass man als Kunde ein Elektrofahrzeug auch tatsächlich erwerben kann.“

Das scheint durchaus nicht unmöglich in absehbarer Zukunft. Denn das Prognose-Institut CSM legte auf einer IAA-Fachveranstaltung eine Studie zur Kostenentwicklung der Elektromobilität vor. Andrew Fulbrook, CSM-Senior Manager, geht davon aus, dass sich aufgrund der hohen Innovationsgeschwindigkeit die Kosten für die Batterieleistung, die derzeit noch bei rund 1000 Euro/Kilowattstunde (kWh) liegen, bis zum Jahr 2014 halbieren werden. Bis 2020 sei mit einer Kostenreduzierung um 80 Prozent zur rechnen. CSM begründete diese These mit dem Verweis auf ähnliche Verlaufskurven bei anderen Innovationen. Gleichzeitig sei mit einem langsamen Anstieg des Ölpreises zu rechnen: „Wir brauchen also dringend den Fortschritt in der Batterietechnologie, um die Kosten der individuellen Mobilität neutral zu halten“, so Fulbrook. Fotos: Hörskens


Quelle: www.cms.frankfurt-live.com



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