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 Post subject: Knirpse an die frische Luft
#1PostPosted: 19. May 2010, 10:54 
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Cabrio-Duell smart - Fiat 500 C

Knirpse an der frischen Luft

Von Tom Grünweg

Sommerfrische für wenig Geld: Mit diesem Versprechen buhlen der offene smart und der Fiat 500 C um die Kundschaft in der kleinsten Cabrio-Klasse. Mit dem Format und dem variablen Dach aber enden die Gemeinsamkeiten. SPIEGEL ONLINE hat die Autoknirpse verglichen.

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Cabrio-Duell smart gegen Fiat: Beide etwa hundert PS stark, beide mit Dachluken für die optionale
Sommerfrische - das smart Cabrio von Brabus und der Fiat 500 C sind die derzeit billigsten
Cabriomodelle, die man in Deutschland neu kaufen kann.


Das sollen Cabrios sein? Darüber können hartgesottene Offenfahrer nur lachen. Denn wo man in einem Mazda MX-5, einem VW Eos oder einem Volvo S60 bei geöffnetem Verdeck tatsächlich im Freien sitzt, bieten smart Cabrio oder Fiat 500 C nicht mehr als ein großes Fenster zum Himmel. Schon diese Luken jedoch garantieren jede Menge Frischluft und eine sonnige Fahrt durch den Sommer. Obendrein sind beide Autos die billigsten Open-Air-Modelle der Republik. Zum Beginn der Cabrio-Saison hat SPIEGEL ONLINE die beiden Frischluftzwerge verglichen.

Motorleistung, Fahrspaß, Sitzkomfort - all das ist bei einem Cabrio meist eher zweitrangig. Und das Design - bei Fiat ganz auf Retro getrimmt, beim eigenwillig-modernen smart eher der unbedingten Kürze bedacht - ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Deshalb das Wichtigste zuerst: Das Dach. Beide Autos nutzen ein konventionelles Stoffverdeck, das ordentlich isoliert ist, Wind und Wetter wirkungsvoll aussperrt sowie den Straßenlärm zumindest in der Stadt gut dämpft. Vor allem aber ist es auf Knopfdruck erfreulich rasch verschwunden.

Das Öffnen der Stoffhaube funktioniert bei beiden Autos ausgesprochen simpel. Beim smart sitzt der Knopf für die Verdeckfunktion auf der Mittelkonsole, beim Fiat vor dem Innenspiegel - wird der gedrückt, surrt das Fenster zum Himmel elektrisch auf. Beide Cabrios entblättern sich dabei in zwei Stufen: Erst wird bei Fiat und smart lediglich die Dachfläche freigegeben. Dann, nach einem zweiten Tastendruck, klappt auch das Heckteil samt der Rückscheibe nach unten. Letzteres funktioniert beim Fiat nur bis Tempo 60, während die Dachöffnung bei jeder Geschwindigkeit erledigt werden kann. Eingeschränkt wird die Offenheit beim rundlichen Fiat durch die feststehenden hinteren Seitenscheiben, und beim knautschigen smart durch die massive Karosseriesäule - das ganz große Open-Air-Gefühl kommt also nicht so recht auf.

Trotzdem geht beim smart der Striptease auf Wunsch weiter. Dazu muss man allerdings anhalten, aussteigen, von Hand die beiden Dachholme herausnehmen und in einem speziellen Fach in der Kofferraumklappe verstauen. Das ist allerdings vor allem eine Bastelei und weniger die ganz große Öffnung. Subjektiv fühlt sich das Auto anschließend zwar ein wenig mehr nach Cabriolet an, doch nüchtern betrachtet wird den Insassen die große Freiheit durch die fehlenden Spriegel lediglich vorgegaukelt.

Kleine Kofferräume und bei geöffnetem Dach null Sicht nach hinten


Die Einschränkungen bei der Dachöffnung haben aber auch ihr Gutes bei beiden Modellen. Die jeweiligen Kofferräumchen nämlich werden durch ein geöffnetes Verdeck nicht beeinträchtigt: Hinter die Heckklappe passt immer gleich viel Gepäck, oder besser: gleich wenig. Während der smart 220 Liter Stauraum bietet, sind es beim Fiat 500 C nur 182 Liter. Eine Spritztour zum Supermarkt ist sicher kein Problem, doch schon beim Wochenendausflug wird es eng. Außerdem problematisch bei beiden Modellen ist die Sicht nach hinten. Schon bei geschlossenem Verdeck ist sie nicht überragend, doch geht die Rücksicht gen null, wenn sich auch noch die Stofflagen des Verdecks ins Sichtfeld drücken.

Was die beiden Cabrios neben der Verdecktechnik eint, ist ihr konkurrenzlos niedriger Preis. Den offenen smart gibt es ab 13.700 Euro, was ihn zum billigsten Open-Air-Modell hierzulande macht. Der Fiat 500 C wiederum gilt mit einem Grundpreis von 14.000 Euro als billigster offener Viersitzer des Automarkts. Die beiden Testwagen, mit denen SPIEGEL ONLINE unterwegs war, kosten in der Grundausstattung jedoch 19.910 Euro (smart) und 16.000 Euro (Fiat) und bieten zudem noch schier endlos lange Listen an Extras, auf denen sich locker Zubehör für ein paar Tausender mehr ankreuzen lässt.

Zwischenstand

Beide Autos sind vergleichsweise billig und bieten eine Offenheit, die zwischen Schiebedach und klassischem Cabriolet liegt. Der Reiz des Fiat 500 C liegt sicher auch in seiner putzigen Retro-Optik, der des smart eher im simpel-unkonventionellen Image.

Cabrio-Duell - jetzt geht es um Platzangebot und Antrieb

Dass der smart ein Zwei- und der Fiat formal ein Viersitzer ist, taugt als Argument nur für Theoretiker. Denn schon Kindergartenkinder empfinden die Rücksitze des italienischen Modells als Strafbank und müssen um die Gesundheit ihrer Kniescheiben fürchten. Deshalb nutzt man die beiden Plätze im Fond am besten nur im absoluten Notfall und sonst einfach als erweiterten Stauraum. Vorn dagegen ist das kleinere Auto das größere: Während der Fahrer im 3,55 Meter langen Fiat relativ beengt zwischen Sitz und Windschutzscheibe kauert, ist der 2,73 Meter lange smart überraschend geräumig.

Unter der Haube werden die Unterschiede zwischen beiden Autos abermals größer: Der smart als kleineres und leichteres Auto startet bereits mit 54 PS und wird mit insgesamt vier Motorisierungen bis zu einer Leistung von 98 PS angeboten. Beim Fiat 500 C beginnt das Angebot mit 69 PS und endet künftig erst beim offenen Sportmodell Abarth mit 135 PS. Fiat wiederum bietet für alle Varianten zum Aufpreis von 300 Euro eine Start-Stopp-Automatik für an; die Technik gibt es bei smart lediglich für das Einstiegsmodell - dort aber serienmäßig.

Im Doppeltest von SPIEGEL ONLINE waren als Kandidaten der 100 PS starke Fiat 500 C 1.4 16V und das smart Brabus Cabrio mit 98 PS unterwegs. Beide Motoren machen trotz ihres Hubraums von nur 1,0 (smart) und 1,4 Litern (Fiat) ordentlich Krawall und haben ausreichend Kraft für flotte Sprints. So kommt der Dreizylinder des smart mit maximal 140 Nm Drehmoment in 9,9 Sekunden auf Tempo 100. Der bis zu 131 Nm starke Vierzylinder des Fiat braucht für diese Disziplin eine gute Sekunde länger. Was den Verbrauch anlangt, liegen die offiziellen Werte für den Fiat bei 6,1 und für den smart bei 5,4 Liter. In der Praxis jedoch schluckten beide Modelle rund zwei Liter mehr.

Außerhalb des Stadtverkehrs macht sich der Fiat auf und davon


Während die beiden Konkurrenten im Stadtverkehr ganz ähnliche Fahreindrücke hinterließen, fuhr der Fiat 500 C dem smart jenseits des Ortschildes munter davon: Weil der ultrakurze Zweisitzer bei 155 km/h abregelt, hat der bis zu 182 km/h schnelle Fiat bei freier Strecke leichtes Spiel. Ein echtes Vergnügen ist die schnelle Landpartie mit dem kleinen Retro-Italiener jedoch nicht. Dafür sind der Motor zu laut, das Fahrwerk zu nervös und die Lenkung zu leichtgängig. Immerhin gibt es im Fiat ein normales Getriebe, so dass man sich nicht über die nervige Halbautomatik des smart ärgern muss. Außerdem hoppelt der kürzere smart noch unruhiger über Bodenwellen und motiviert mit dem strammen Brabus-Fahrwerk zum konsequenten Schlagloch-Slalom.

Was dem vergleichsweise hohen smart an Straßenlage und Kurvenkunst fehlt, kompensiert er in der Stadt, wo die kleinen Cabrios ohnehin die meiste Zeit unterwegs sein dürften. Natürlich ist auch der Fiat ein handliches Auto, zumal die City-Taste auf der Mittelkonsole die Servounterstützung der Lenkung erhöht und so das Rangieren erleichtert. Doch bei der Parkplatzsuche ist und bleibt der smart, der sich auch quer in Lücken abstellen lässt, einfach unschlagbar.

Endstand und Fazit

Unter dem Strich erweisen sich beide Cabrios als Stimmungsaufheller - solange man auf Kurzstrecken oder Einkaufsfahrten unterwegs ist. Wer den Sommer dagegen auf langen Touren genießen will, der sollte ein größeres Cabriolet kaufen - selbst wenn es für das gleiche Geld ein gebrauchtes Auto sein wird. Fiat 500 oder smart? Die Entscheidung hängt weniger an Design oder Fahrkultur, sondern am Einsatzzweck. Singles und Paare aus der Großstadt fahren mit dem smart besser. Der Fiat ist zwar nicht geräumiger, bietet aber immerhin zwei Notsitze und macht über Land etwas mehr Spaß. Echte Cabrios sind beide nicht - aber für einen Sonnenbrand hinterm Lenkrad reicht es allemal.


Quelle: www.spiegel.de



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