It is currently 23. Jan 2020, 19:05

All times are UTC + 1 hour




 Page 1 of 1 [ 1 post ] 
FollowersFollowers: 0
BookmarksBookmarks: 0
Views: 231

AuthorMessage
 Post subject: Mercedes buhlt um jüngere Kunden
#1PostPosted: 13. Nov 2009, 12:16 
Registrierter Benutzer
User avatar

Joined: 02.2008
Posts: 2472
Location: Illingen
Gender: Male
smart seit: 26 May 2004
Ich fahre einen...: 451 turbo
Interview mit Bodo Uebber

Mercedes buhlt um jüngere Kunden

Was fahren Hutträger laut Vorurteil? Mit schmalem Geldbeutel Opel. Mit dickem Mercedes. Daimler Finanzchef Uebber will jetzt bei Jüngeren punkten. Auch, weil ihm die Audi-Konkurrenz im Nacken sitzt.
von Margret Hucko, Stuttgart, Heimo Fischer und Matthias Ruch New York

Mercedes setzt zur Aufholjagd an und will mit einer erweiterten Produktpalette jugendlichere und modernere Käuferschichten anziehen. "Wir haben es mit der aktuellen A- und B-Klasse nicht im erhofften Umfang geschafft, ein jüngeres Publikum anzusprechen. Mit den kommenden Modellen rechnen wir uns berechtigte Chancen aus, dass unser Vorhaben klappt", sagte Finanzvorstand Bodo Uebber im FTD-Interview.

Gleichzeitig räumte er damit Fehler in der Vergangenheit ein, die zu einem Imageverlust führten. Im Vergleich zur Konkurrenz haben Mercedes-Kunden einen höheren Altersdurchschnitt. Nicht zuletzt drohen der Premiummarke deshalb weiterhin rückläufige Absatzzahlen. Im vergangenen Geschäftsjahr verkaufte die Pkw-Sparte 1,3 Millionen Fahrzeuge weltweit, zwei Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Branchenkenner sehen für 2010 sogar einen Wechsel an der Spitze im Premiumsegment. Außer von Mercedes wird dieses durch Audi und BMW dominiert.

Der Studie zufolge werde die VW-Tochter Audi im nächsten Jahr weltweit mehr Fahrzeuge verkaufen als das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart, so eine Untersuchung des Center of Automotive Research der Universität Duisburg-Essen. Finanzvorstand Uebber gab zu, dass Mercedes auf einigen Gebieten ins Hintertreffen geraten sei - gerade, was die Attraktivität der Marke für Erstkäufer anbelange: "Wir brauchen mehr kleine Modelle, um auch jüngere Menschen an die Marke Mercedes heranzuführen", sagte Uebber.

Während Audi im nächsten Jahr die Produktion des A1 startet, der das Format eines VW Polo hat, kommen die neuen Klein- und Kompaktwagen auf Basis der A- und B-Klasse bei Mercedes erst Ende 2011 auf den Markt. "Von der C- bis zur S-Klasse haben wir keine Nachteile gegenüber den Wettbewerbern. Bei der A- und B-Klasse schon eher. Dort kann Audi auf Entwicklungen von Volkswagen zugreifen.

Es kann daher für uns sinnvoll sein, in diesem Segment gemeinsam etwas mit Volumenherstellern zu machen", sagte Konzernchef Dieter Zetsche bei einer Veranstaltung in New York. Mercedes führt schon seit Längerem Gespräche mit Renault und Toyota über eine Zusammenarbeit - bislang ergebnisoffen. Weder Zetsche noch Uebber wollten Auskunft über den Stand geben. BMW ist da einen Schritt weiter. Die Münchner kooperieren erfolgreich mit dem PSA-Konzern bei den Motoren für die Marke Mini. Dies führt zu immensen Kostenvorteilen.

Im Vergleich zur Konkurrenz besitzt Mercedes mit der Marke smart einen Trumpf. Der Absatz des Zweisitzers ist rückläufig, dafür dient er als wichtiger Technologieträger für das zukunftsträchtige Feld der Elektromobilität. BMWs Projekt "i" mit Fahrzeugen für Großstädte, schaffte es bislang nicht über Ankündigungen hinaus. Künftig soll das Kürzel "i" bei BMW als Untermarke für reine Elektroautos stehen.

Dank des frühen Engagements mit smart besitzt Daimler einen strategischen Vorteil. In ersten Feldversuchen rollen bereits batteriebetriebene Smarts durch Deutschland, spätestens 2012 soll der Stromwinzling in Serie gehen.

Erste Hilfe, um das Elektroprojekt zum Laufen zu bringen, kam vom kalifornischen Startup Tesla, an dem Daimler sechs Prozent hält. Tesla baut einen Roadster, der rein elektrisch fährt und beschleunigt wie ein Sportwagen. Uebber schloss nicht aus, die Anteile an Tesla aufzustocken. Die Frage stelle sich aber zurzeit nicht. Außerdem bestätigte er Überlegungen, "die Marke smart weiter auszubauen, ohne die Idee des kleinen Stadtfahrzeugs zu verwässern".

Sparsame Autos wie der smart helfen den Autoherstellern, die von der EU ab 2012 vorgegebenen Ziele zur Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxids zu erfüllen. Sonst drohen Strafen. Mercedes sei es gelungen, den durchschnittlichen Co2-Ausstoß von 175 Gramm Co2 je Kilometer im vergangenem Jahr auf 160 Gramm im Schnitt zu senken, so Uebber.

Konkurrent BMW, der frühzeitig die Spritspartechnik Efficient Dynamics in Serie eingeführt hat, unterbot den Mercedes-Wert über die gesamte Modellpalette hinweg bereits voriges Jahr um sechs Gramm Co2. Um die Abgase weiter zu verringern, setzt Mercedes auf Hybridtechnik, eine Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor, die gemeinsam mit BMW entwickelt wurde. "Es kann sinnvoll sein, Projekte auch alleine fortzuführen, wenn wir uns dadurch einen Wettbewerbsvorteil versprechen", sagte Uebber. Daimler bietet das Motorenduo in der S-Klasse an. Jeder fünfte Kunde bestellt dieses Fahrzeug mit Hybridantrieb.


Quelle: www.ftd.de



_________________
Image
Offline
  Profile  
 
Display posts from previous:  Sort by  
 Page 1 of 1 [ 1 post ] 

All times are UTC + 1 hour


Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 1 guest


You cannot post new topics in this forum
You cannot reply to topics in this forum
You cannot edit your posts in this forum
You cannot delete your posts in this forum
You cannot post attachments in this forum

Jump to:  

cron